Die Zeit vergeht nicht schneller, nur weil man rennt. Sie löst sich auf!


Das ist eine Banalität, die viele nicht zu beachten scheinen oder die sie schlicht vergessen haben. Erst heute habe ich mich mal wieder gewundert und das passt ganz hervorragend zum Titel dieses Blogs.

Da heute mein letzter Tag Arbeit vor der Weihnachtszeit war, hatte ich nicht sonderlich große Lust, besonders schnell in die Tretmühle zu hetzen. Und obwohl einige Nachtdämonen mich noch fest in ihren Klauen hielten (oder gerade deshalb vielleicht) habe ich mir gesagt: gewinne dem Tag etwas Schönes ab, irgendetwas. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mir das so schnell gelingen würde. Denn wie durch Zauberei, hatte der Morgen plötzlich etwas Gemütliches, Gemächliches an sich. Ich habe mich nicht beeilt, in die Klamotten zu kommen, Zähne zu putzen etc. Habe nicht jede zweite Stufe hinunter ausgelassen, bin keinem Bus hinterher gerannt, habe nicht krampfhaft nach einem Sitzplatz in der Bahn Ausschau gehalten (ja ok, das war heute auch nicht nötig- keine S** arbeitet heute) und bin nicht in den zackigen Preußenschritt verfallen, weil die Zeit mit mir mal wieder Marathon läuft. Nein, das habe ich alles nicht getan. Vielmehr habe ich den Dingen ihre Zeit eingeräumt, die Sachen sorgfältig ausgewählt, aber nicht gezweifelt, mich zurechtgemacht, ohne mich umzuentscheiden, den Bus genommen, ohne nachzuschauen, welcher schneller wäre, die Bahnfahrt in zenmäßiger Konzentration und- ja- in Seligkeit mit einem Buch verbracht, ohne nachzusehen, welchen Anschlussbus ich bei der Geschwindigkeit noch kriegen werde.

Und dann stand ich ungläubig im Zielbahnhof und starrte die Bahnhofsuhr an. Wie konnte das möglich sein? Ich hatte fest damit gerechnet, mit einer nahezu galaktischen Verspätung dort einzutreffen, aber das Gegenteil war der Fall: ich war sogar so rechtzeitig da, dass ich den Bus links habe liegen lassen können, um das letzte Stück zu laufen.

Und da hatte ich es schon gefunden, das Schöne an diesem Tag- so einfach. Und dann dachte ich über die vielen Male nach, an denen man nach der Arbeit nach Hause hetzt. Und wofür fragte ich mich. Um schneller da zu sein? Um seine Verpflichtungen zu erfüllen? Um so schnell wie möglich so viel wie nötig Distanz von der Tretmühle zu gewinnen? Vielleicht. Aber man vergisst dabei leicht, dass die Zeit nicht schneller vergeht, nur weil man rennt. Und was hat man auch davon? Genervt von Menschen, Bahnen, Verkehrsgedränge und den Untiefen des Arbeitsalltag zu seinen Liebsten zu kommen und diese mit der frisch aufgefangenen, geballten schlechten Laune des Tages zu begrüßen? Denn auch wenn man vielleicht ein paar Minuten früher nach Hause kommt, so hat man dafür ein Stückchen Lebenszeit eingebüßt und sich vermutlich sogar den Abend verdorben. Und wir "Erwachsenen" wundern uns, warum "die Zeit nur so rennt". Weil wir rennen, ohne es zu merken und ohne es zu merken, kommen wir deshalb eigentlich langsamer voran.

Das ist wahrscheinlich ein Grund, warum für Kinder die Zeit nicht so schnell vergeht, wie für uns: sie vergällen sich ihre Zeit nicht mit hetzen. Denn am Ende rennt man ja doch bloß dem Hasen hinterher!

Und so bin ich heute also gelaufen, statt den Bus zu nehmen, und obwohl es in Strömen geregnet hat, ein Umstand der mich so manch guter Laune berauben kann, war ich entspannt und zufrieden. Da habe ich doch heute zum ersten Mal in meinem Leben verstanden, was man daran finden kann, im Regen spazieren zu gehen.
22.12.14 18:36


Scheiß auf das Äußere...


Manchmal ist es nur eine Melodie, die einen über den Tag trägt.
Nein, ich will nichts weiter hören.
Es wird vergehen- hoffe ich.
24.11.14 19:10


COMING SOON ....


Inhalt :P
10.11.14 00:53


Gesammeltes Paarungswissen


Heute: Bigamie


Die Königin der Nacktmulle hält sich zwei bis drei Liebhaber, verbietet ihren Untertanen aber jeglichen Sex.

Zur Veranschaulichung




15.3.09 22:01


FUNDSTÜCK DER WOCHE


Wie viele wissen musste ich für eine Bewerbung einen Arzt dokumentarisch recherchieren und ich hatte mich für den NS-Arzt Dr. Georg Renno entschieden. Um das Ganze wirklich gut zu verstehen, fuchste ich mich nochmals in die Gefüge des Nationalsozialismus ein.
Was soll ich sagen? Die Bewerbung ist fertig, längst abgegeben, aber das beschäftigt mich immer noch. Ich habe beschlossen, dazu noch zwei Bücher zu lesen; das erste davon Ernst Klees "Euthanasie im NS-Staat, Die Vernichtung unwerten Lebens".
Gestern war ich bei dem Kapitel angelangt, in dem es darum ging, wie sich überhaupt diese Einstellung zur "Sterbehilfe" behinderter und kranker Menschen geformt hatte. Darwins und Nietzsches Schriften waren beliebte Zitatenlieferer für die Legitimation dieser unmenschlichen Einstellung. Da las ich gestern folgendes:

"Wo der Wille Gottes wirklich gilt und durchgeführt wird, nämlich in der freien Natur, gibt es kein Erbarmen für das Schwache und Kranke... Kein kranker Hase kann sich länger als einige Tage halten: Er wird der sichere Raub seiner Feinde und dadurch von seinem Leiden erlöst; so sind die Hasen immer eine 100%ige gesunde Gesellschaft... Das 5. Gebot: Du sollst nicht töten, ist gar kein Gebot Gottes, sondern eine jüdische Erfindung."

[Vortrag des württembergischen Ministerialrats Stähle, nachem am 4. Dezember 1940 der evangelische Oberkirchenrat Sautter gegen die Euthanasie protestiert hat. Quelle: Akten des Oberkirchenrats, Bd. 20 des sog. Grafeneck-Verfahrens]
11.3.09 10:47


3.3.09 00:13


Rubrik: Gesammeltes Paarungswissen


Heute: Spermien

Ein Mann produziert täglich 104 Millionen Spermien- etwa 1200 pro Sekunde.
23.2.09 17:38


23.2.09 14:49




Tja ja, noch können wir solche Witze machen *gg* Hier der Originallink, falls jemand stöbern mag:
http://www.ruthe.de/frontend/index.php?pic=871&sort=datum&order=DESC
16.2.09 12:34


8 Uhr

Es ist 8 Uhr. Die Sonne steht in einem Winkel, in dem sie in mein Fenster gucken kann. Es ist das erste mal nach langer Zeit, dass mich die orangenen Sonnenstrahlen langsam und friedlich aus dem Schlaf holen. Ich höre in unmittelbarer Nähe Vogelgezwitscher und in meine Nase steigt ein Hauch, eine Ahnung von Frühling. Bilder und Erinnerungen erscheinen vor meinem geistigen Auge: grün, Krokosse, 15 Grad. Ich habe gute Laune, der Tag verpricht gut zu werden.

8:04 Uhr werde ich aus meinen Gedanken gerissen, ein lautes Tür-auf-und-zu ist der Grund. Schwere Schritte schleppen sich die Treppe hinunter, dann wieder Ruhe. Als die Vögel gerade wieder die Oberhand erlangen, ertönt ein lautes, mechanisches Rattern, das alles Andere unhörbar macht. Jemand zieht die Rolläden hoch. Eins, kurze Pause. Ich versuche dieses Geräusch zu ignorieren und mich zu zwingen nicht mitzuzählen. Zwei, wieder Pause. Verdammt, das klappt nicht. Drei, vier, fünf, sechs. Sechs? Moment mal, so viele Fenster haben wir doch gar nicht. War das gerade das Siebte? Das kann nicht sein. Habe ich richtig gezählt? Leider kann ich mich darauf nicht verlassen, aber es wurden ganz sicher mehr Rolläden hochgezogen, als es Fenster gibt.

8:08 Uhr: wieder Stille, endlich. Ich versuche mich krampfhaft an den soeben verlorenen, schönen Gedanken zu erinnern und mich auf die Vögel vor meinem Fenster zu konzentrieren; der Versuch, die stille Friedlichkeit zu rekonstruieren. Es will mir fast gelingen, da bohrt sich das nervtötende Geräusch der Brotschneidemaschine in mein Gehirn. Erneut Schritte. Mein Hund kriegt einen seiner Hustenanfälle, was wohl bedeutet, dass er die Treppen runter gekommen ist. Das schlechtgelaunte Gebrabbel, das dann ertönt, wird nur noch von dem eine Sekunde später angeschalteten Kasten übertönt, aus dem mit locker 2000 Dezibel die schrille Stimme einer Nachrichtentante erklingt.
Na dann GUTEN MORGEN.
5.2.09 09:59


 [eine Seite weiter]

Gratis bloggen bei
myblog.de