FUNDSTÜCK DER WOCHE


Wie viele wissen musste ich für eine Bewerbung einen Arzt dokumentarisch recherchieren und ich hatte mich für den NS-Arzt Dr. Georg Renno entschieden. Um das Ganze wirklich gut zu verstehen, fuchste ich mich nochmals in die Gefüge des Nationalsozialismus ein.
Was soll ich sagen? Die Bewerbung ist fertig, längst abgegeben, aber das beschäftigt mich immer noch. Ich habe beschlossen, dazu noch zwei Bücher zu lesen; das erste davon Ernst Klees "Euthanasie im NS-Staat, Die Vernichtung unwerten Lebens".
Gestern war ich bei dem Kapitel angelangt, in dem es darum ging, wie sich überhaupt diese Einstellung zur "Sterbehilfe" behinderter und kranker Menschen geformt hatte. Darwins und Nietzsches Schriften waren beliebte Zitatenlieferer für die Legitimation dieser unmenschlichen Einstellung. Da las ich gestern folgendes:

"Wo der Wille Gottes wirklich gilt und durchgeführt wird, nämlich in der freien Natur, gibt es kein Erbarmen für das Schwache und Kranke... Kein kranker Hase kann sich länger als einige Tage halten: Er wird der sichere Raub seiner Feinde und dadurch von seinem Leiden erlöst; so sind die Hasen immer eine 100%ige gesunde Gesellschaft... Das 5. Gebot: Du sollst nicht töten, ist gar kein Gebot Gottes, sondern eine jüdische Erfindung."

[Vortrag des württembergischen Ministerialrats Stähle, nachem am 4. Dezember 1940 der evangelische Oberkirchenrat Sautter gegen die Euthanasie protestiert hat. Quelle: Akten des Oberkirchenrats, Bd. 20 des sog. Grafeneck-Verfahrens]
11.3.09 10:47
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


kissy (11.3.09 21:45)
trotz allem wird der hase von seinen feinden getötet und nicht von seinen mithasen.

aber das ist propaganda, alles so hindrehen, dass es für einen am besten passt...

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